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Kinder- und Jugendförderung im Verein
In Deutschland ist leider die prekäre Situation entstanden, dass durch die enorme Rückläufigkeit der Geburtenzahlen sich große Probleme in Bezug auf das Nachwuchsangebot in den Vereinen ergeben. Das gilt insbesondere auch für Sport- und Fußballvereine. Umso wichtiger ist es, das vorhandene Potential auszuschöpfen und die Nachwuchsarbeit im Kinder- und Jugendbereich als eine der wichtigsten Aufgaben für die Vereine zu definieren.
Folgerichtig hat sich der Vorstand des TUS dieses dringlichen Anliegens gewidmet und sich die Jugendarbeit als eine seiner Hauptaufgaben gestellt. Bei der Umsetzung wird er von einer Reihe von Jugendbetreuern aus der Elternschaft und Übungsleitern unterstützt. Wertvolle Hilfe und Anleitung erhalten wir hierbei auch vom Saarländischen Fußballverband durch Informationen, Seminarangebote und eine entsprechende Ausbildung unserer Jugendbetreuer.
Wie stellt sich eigentlich der aufzuarbeitende Problembereich dar?
So geht es in erster Linie darum, Gefahren, die aus dem Umfeld auf das Kind oder den Jugendlichen einzuwirken drohen, rechtzeitig zu erkennen und wirksam zu bekämpfen und abzuwehren.
Die Gefahren, die in der heutigen Zeit die Kinder und Jugendlichen bedrohen, sind vielfältiger Art. Bereits sehr früh werden sie - auch im Umfeld der Schulen und im Kreis der Spielkameraden - mit Suchtmitteln, wie Drogen, Medikamenten, Alkohol und Nikotin konfrontiert. Hierbei handelt es sich um Suchtmittel, die recht schnell verhängnisvolle Abhängigkeiten schaffen und für die Betroffenen eine große Gefahr für die Gesundheit von Körper und Geist darstellen. Dazu kommen Probleme ganz anderer Art: Langeweile durch Nichtstun und allein gelassen werden führt zur An-nahme verlockender und prickelnder Angebote, wie z.B. unkontrolliertes Fernsehen von für Jugendliche ungeeigneten Sendungen, unangemessener Nahrungsaufnahme, unter Umständen geraten die Kinder und Jugendlichen sogar in sog. schlechte Gesellschaft. Nicht selten resultieren hieraus falsches Lebensverhalten, Bewegungsarmut, Gewichtsprobleme, Mangel an Kreativität und Gemeinschaftssinn, generelle Unzufriedenheit und schlechtestenfalls die Entwicklung krimineller Energien und die Einnahme bzw. Abhängigkeit von Drogen, Alkohol und Nikotin.
Ebenso wichtig, wie die Bekämpfung dieser Gefahren für das Kind und den Jugendlichen und ihre entsprechende Schulung und Unterstützung, ist es, die Begabungen und Talente des Kindes und Jugendlichen zu erkennen und angemessen zu fördern. Es geht darum, rechtzeitig den Gemeinschaftssinn zu wecken, die Teamfähigkeit zu fördern, das Verständnis für andere zu erwirken, Unrechtsbewußtsein und Rücksichtnahme zu erzeugen, zur Selbständigkeit und selbstbewußtem Verhalten zu erziehen ohne Egoismus und Rücksichtslosigkeit wachsen zu lassen. In Ergänzung zum Elternhaus und der Schule kümmert der Verein sich in erster Linie um die Förderung der Lebenstüchtigkeit der ihm anvertrauten Kinder und Jugendlichen. Dabei vergessen wir natürlich in keinster Weise, dass diese auch Fußball spielen und etwas zur Körperertüchtigung tun wollen.
Und an diesen beiden Punkten: Lebenstüchtigkeit und Lebensverhalten sowie Motivation durch Sport und Freizeitgestaltung setzt der TUS an.
Harald Schmid, ein bekannter Sportler und Beauftragter der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Köln schrieb: "Ohne die unzähligen ehrenamtlichen Übungsleiter und Betreuer wäre Kinder- und Jugendarbeit im Sportverein gar nicht möglich. Sie übernehmen freiwillig und unentgeltlich ein hohes Maß an Verantwortung."
Auszüge aus der Broschüre: "Kinder stark machen im Sport" (BZgA, Köln):
"...doch nicht nur Trainer und Betreuer sind hier gefordert, sondern alle Erwachsenen im Verein, die Eltern, Spieler und auch Zuschauer. Sie können den Kindern vorleben, dass Sport im Verein mehr ist als Sieg oder Niederlage. Die Vorbildfunktion ist gefordert. Verhalten die Erwachsenen sich außerhalb des sportlichen Gesche-hens genau so fair, wie es auf dem Sportplatz von den kleinen und auch großen Sportlern gefordert wird? Verzichten die Erwachsenen in der Gegenwart von Kindern auf das Rauchen oder übermäßigen Alkoholgenuß? Urteilen und handeln sie fair und besonnen? Manchmal ist Suchtvorbeugung eben verblüffend einfach ...!"
"Stark sein - das bedeutet viel mehr als nur Muskeln haben und körperlich fit sein. Damit Kinder und Jugendliche die an sie gestellten Anforderungen meistern, ist vor allem innere Stärke gefragt - in der Familie, in der Schule, in der Berufsausbildung und in der Freizeit. Wer ein positives Selbstwertgefühl hat, Konflikte durchsteht und mit Misserfolgen umgehen kann, ist auch weniger suchtgefährdet. Deshalb ist es wichtig, solche Stärken bei Kindern und Jugendlichen zu fördern."
Nachgewiesenermaßen ist der Sportverein nach wie vor die unangefochtene Nummer Eins der außerschulischen Jugendarbeit. Hier sammeln die Kinder soziale Erfahrungen und Einstellungen und entwickeln ihre Verhaltensweisen. Sie bewältigen besser ihren Schulstreß und lernen, sich gut in die Gemeinschaft mit Gleichaltrigen einzufügen. Erlebnisse aus sportlichen Erfolgen, aber auch Niederlagen, die Erfahrung von Grenzen der körperlichen und mentalen Leistungsfähigkeit und die Entwicklung von Teamgeist sind wichtige Bestandteile des sportlichen Wettkampfs.
All diese im Sportverein gewonnenen Erfahrungen, die positiv auf die Persönlichkeitsentwicklung einwirken, stärken die Widerstandsfähigkeit der Kinder und Jugendlichen und bilden ein wirkungsvolles Bollwerk gegen die Suchtgefährdung.
Welche Philosophie nutzt der Fußballverein zur Erreichung seines Zieles, die Gesundheit und Fitness zu stärken und seinen Fußballnachwuchs zu fördern? Eine Jugendarbeit nach dem Motto "Das haben wir immer schon so gemacht, dabei bleibt es!", ist über kurz oder lang zum Scheitern verurteilt. Stattdessen versuchen wir den Fußball so zu trainieren, dass die Anforderungen auf das jeweilige Alter und die Entwicklungsstufe der Kinder und Jugendlichen zugeschnitten sind.
So verfügt die Gruppe der F- und E- Junioren z.B. über
- Ausgeprägte Bewegungs- und Spielfreude.
- Große Begeisterung für das Wetteifern mit anderen.
- Koordinative Probleme und eine nur schwach ausgeprägte Muskulatur.
- Geringes Konzentrationsvermögen.
- Starke, unkritische Orientierung an erwachsenen Vorbildern.
Die Ziele des Trainings der F- und E- Junioren sind entsprechend auf die Neigungen abgestimmt:
- Vermittlung der Spielidee "Tore erzielen und Tore verhindern".
- Förderung der Freude am Fußballspielen.
- Erlernen der wichtigsten Fußball-Techniken in der Grobform.
- Spielerisches Vermitteln vielseitiger sportlicher Erlebnisse.
- Schaffen koordinativer und konditioneller Grundlagen.
Gerade die Trainer der Jüngsten wirken als Vorbild und haben großen Einfluß auf die Persönlichkeitsentwicklung. Es gilt, zu allen Kindern eine Beziehung aufzubauen, die nicht in erster Linie von einem Denken in Toren und Punkten bestimmt ist. Kinder müssen immer als eigenständige Persönlichkeit akzeptiert werden. Trainer und Betreuer von Kindern zu sein heißt: Freund, Helfer und Förderer zugleich zu sein!
Zu den Merkmalen der zweiten Gruppe, der D- und C-Junioren gehören:
- Körperliche und psychische Ausgeglichenheit.
- Positive Persönlichkeitsmerkmale im "Goldenen Lernalter", wie Selbstvertrauen, verbessertes
Konzentrationsvermögen, hohe Lern- und Leistungsbereitschaft, Bewegungsfreude,
ausgeprägtes Koordinationsvermögen.
- Zum Ende der D- und zu Beginn der C- Junioren: körperlicher und psychischer Einschnitt mit Eintritt
der Pubertät
Diesem Leistungsstand entsprechend hat das Training der D- und C- Junioren folgende Ziele:
- Vermitteln und Verstärken von Spaß am Fußballspielen.
- Systematisches Erlernen und Festigen der Grundtechniken.
- Spielerisches Vermitteln taktischer Grundlagen.
- Fördern positiver Persönlichkeitseigenschaften wie Selbständigkeit und Leistungsbereitschaft zu
regelmäßigem Training. Erziehung zu Pflichtbewusstsein, Pünktlichkeit,
Ausdauer, Zuverlässigkeit.
Diesem Leistungsstand entsprechend hat das Training der D- und C- Junioren folgende Ziele:
- Vermitteln und Verstärken von Spaß am Fußballspielen.
- Systematisches Erlernen und Festigen der Grundtechniken.
- Spielerisches Vermitteln taktischer Grundlagen.
- Fördern positiver Persönlichkeitseigenschaften wie Selbständigkeit und Leistungsbereitschaft zu
regelmäßigem Training. Erziehung zu Pflichtbewusstsein, Pünktlichkeit,
Ausdauer, Zuverlässigkeit.
Merkmale von B- und A-Junioren:
- Verbessertes Leistungsvermögen durch körperliche Veränderungen.
- Ausgleich der Körperproportionen und Kraftzuwachs.
- Verbessertes Koordinationsvermögen.
- Größere Lernbereitschaft und Auffassungsgabe.
- Sensibilisierung für Sachprobleme und Mitspieler.
- Streben nach Selbständigkeit und Anerkennung als gleichberechtigter Partner.
Ziele des Trainings der B- und A-Junioren:
- Förderung von Spaß am Fußball spielen und Sport treiben.
- Verbessern der erlernten technisch-taktischen Grundlagen.
- Anpassen an die erhöhten Anforderungen des Spiels.
- Schulung einer dynamischen "Wettspiel-Technik".
- Gezielte Taktik-Ausbildung.
- Fördern von Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein und Mitverantwortung.
- Fördern des Gruppenverhaltens.
Grundsätzlich jedoch ist unsere Jugendarbeit altersgruppen- und leistungsstufen-übergreifend ausgerichtet auf die Förderung von:
- Fairness und Rücksichtsnahme gegenüber anderen.
- Verständnis und Hilfsbereitschaft für andere.
- Gruppen- und Teamfähigkeit.
- Sauberkeit und Hygiene.
- Disziplin und Ordnung.
- Positivem Lebensverhalten generell.
Für unsere Kinder und Jugendlichen führen wir zusätzliche Freizeitprogramme durch, wie z.B. Kinderspiele, Zeltlager, Jugendherberge, Wanderungen, Ausflüge, Malen und Basteln, Grillfeste.
Die Umsetzung der beschriebenen Philosophie hat dem TUS in den letzten Jahren eine erfolgreiche Entwicklung im Jugendbereich beschert. Für Jungens und auch für Mädchen bieten wir z.Zt. folgende Altersgruppen-Mannschaften an:
- A - Junioren (Jahrgänge 1987/1988) 1 Spielgemeinschaft.
- B - Junioren (Jahrgänge 1989/1990) 2 Spielgemeinschaften.
- C - Junioren (Jahrgänge 1991/1992) 2 Spielgemeinschaften.
- D - Junioren (Jahrgänge 1993/1994) 2 Spielgemeinschaften.
- E - Junioren (Jahrgänge 1995/1996) 1 TUS-Mannschaft.
- F - Junioren (Jahrgänge 1997/1998) 2 TUS-Mannschaften.
- G - Junioren/Minis (Jahrgänge 99 und jünger) 1 TUS-Mannschaft.
In den Altersklassen D,E,F,G, (ggf. auch B und C) dürfen erfreulicherweise auch fußballinteressierte Mädchen eingesetzt werden. Ein späterer Wechsel in die älteren Jugendklassen oder in den Aktiven-Damenbereich anderer Fußballvereine ist möglich.
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